Seit 50 Jahren ist der 5. Juni in Deutschland „UN-Tag der Umwelt“ – mittlerweile beteiligen sich rund 150 Staaten daran. 2026 lautet das Motto „Umweltschutz bringt was. Zusammen.“ Denn jeder einzelne Mensch kann etwas für den Umweltschutz tun. Besonders einfach ist das, wenn es darum geht, etwas nicht zu tun.
Viele Maßnahmen für den Umweltschutz wirken aufwändig und zum Teil ist auch tatsächlich viel zu tun. Doch aus einem anderen Blickwinkel beginnt Umweltschutz bereits im Kleinen und vor der eigenen Haustür: Zum Beispiel kann jeder Mensch darauf achten, nicht selbst Schadstoffe in den ökologischen Kreislauf zu geben. „Manchmal geschieht das einfach aus Unachtsamkeit oder Falschinformation“, meint Judith Kraft, Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Braunschweig GmbH (SE|BS). „Nicht jedem ist beispielsweise bewusst, dass unser Abwassersystem in der Regel zweigeteilt ist: Dann fließt nur das Abwasser aus Bädern, Küchen und Toiletten zur Kläranlage. Vom Rinnstein geht es direkt in Bäche, Flüsse oder Kanäle.“ Das bedeutet: Wer etwas in den Gully kippt, schüttet es ungefiltert in die Natur. Und da gehört weder das Putzwasser mit Reinigungsmittel noch die Zigarettenkippe rein. „Auch wenn draußen etwas gereinigt wird, sollte der Eimer drinnen geleert werden – und für das Auto gibt es Waschstraßen oder Waschplätze, die mit ihren speziellen Auffang-Systemen unsere Umwelt vor zu großer Belastung schützen“, appelliert Kraft.
Aber auch Ausguss und Toilette sind nicht für Abfall gedacht. Kraft: „Speisereste, Taschentücher, Kondome, Binden – bitte in den Müll geben. Alle Fremdstoffe belasten die Abwasserreinigung. Im schlimmsten Fall verstopfen sie die Leitungen.“ Umwelt- und Wasserschutz bedeuten also in erster Linie, den Kreislauf nicht mit unnötigen Stoffen zu belasten – und das gilt nicht nur am Tag der Umwelt.
Hintergrund
Der „UN-Tag der Umwelt“ erinnert an die Eröffnung der Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt am 5. Juni 1972 in Stockholm. Vier Jahre später wurde der 5. Juni Gedenktag in der Bundesrepublik Deutschland. Weltweit beteiligen sich rund 150 Staaten am „World Environment Day”, der das Umweltbewusstsein stärken und auf die weltweite Naturzerstörung aufmerksam machen will, unter anderem mit vielfältigen lokalen Veranstaltungen und Aktionen.
