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Gullys: unscheinbar, aber enorm wichtig - 50 Jahre Sinkkastenreinigung in Braunschweig

SE BS

Die Wasserabläufe im Rinnstein, die Fachleute „Sinkkästen“ nennen, erfüllen eine extrem wichtige Aufgabe. Damit diese Abläufe stets funktionieren, wartet und reinigt die SE|BS regelmäßig jeden einzelnen.

Damit die nahezu 30.000 Sinkkästen im Braunschweiger Stadtgebiet regelmäßig gereinigt und gewartet werden können, setzen die Fachleute der Stadtentwässerung Braunschweig GmbH hochmoderne Technologie mit einem Spezialfahrzeug ein.

Jeder kennt sie, kaum jemand beachtet sie: Gullys. Die Wasserabläufe im Rinnstein, die Fachleute „Sinkkästen“ nennen, erfüllen eine extrem wichtige Aufgabe: Sie nehmen den Regen von den befestigten Flächen auf und fangen damit zugleich Straßenschmutz und sonstige Stoffe (z.B. Staub, Blätter, Reifenabrieb) ein. So verhindern sie, dass die Kanalisation verstopft. Damit diese Abläufe stets funktionieren, wartet und reinigt die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH (SE|BS) regelmäßig jeden einzelnen – im Jahr 2020 seit genau 50 Jahren!

Abwassermeister Sebastian Wallborn ist mit seinem Team bei der SE|BS für die Reinigung der Braunschweiger Sinkkästen zuständig – das sind beinahe 30.000 Stück. Der eigentliche Sinkkasten befindet sich unter den Gitter-Rosten in den Wasserablaufrinnen am Straßenrand. Sie fangen groben Unrat auf und halten dadurch die Kanalisation frei. Das ist gerade im Herbst viel Arbeit: Durch Laub geraten die Kästen in dieser Zeit schnell an ihrer Kapazitätsgrenze.

Jährliche Inspektion und Reinigung
Einmal im Jahr ist jeder Gully an der Reihe – manche sogar mehrfach. “Hohe Stückzahl und kleine Mannschaft: Das schaffen wir trotzdem, denn wir haben einen effizienten und wirtschaftlichen Betriebsablauf. Dazu gehört ein hoher Grad an Digitalisierung und unser Spezialtruck mit ausgereifter Technik“, erzählt der Spezialist. Der Job ist dennoch keine einfache Arbeit: Bis zu 70 Kilogramm wiegt ein voller Eimer, wenn er mit Schlamm und nassem Laub gefüllt ist. Doch das ist normal – dass auch immer wieder Müll in den Sinkkästen landet, ärgert Wallborn dagegen schon. Das gefährdet die Abfluss-Funktion und belastet völlig unnötig unser Wasser. „Zigarettenkippen enthalten Gifte, die so in den Wasserkreislauf gelangen.“ Ebenso wenig gehören Putzwasser oder gar Farbreste in den Rinnstein. „Oft geschieht das zwar aus Unwissenheit. Schlecht für unsere Umwelt ist es dennoch“, sagt der Abwassermeister. Das Problem: Von der Gosse fließt das Wasser durch den Kanal im Regelfall nicht zur Kläranlage, sondern in den nächsten Bach, Fluss oder Kanal. Da wird schnell klar, dass eine Autowäsche nur auf besonderen Waschplätzen erlaubt ist, wo die umweltfreundliche Abwasserentsorgung gewährleistet ist.

Neben den regelmäßigen Kontrollen kommt es auch immer wieder zu außerplanmäßigen Einsätzen – beispielsweise haben die SE|BS-Trupps auch schon Entenküken gerettet, die beim Überqueren der Straße in die Abläufe gefallen waren. „Klassiker“ ist der Schlüsselbund, den das SE|BS-Team bergen muss – und der dank Sinkkasten nicht in der Kanalisation verschwindet.

50 Jahre Sinkkastenreinigung – 3 Gewinner
Das Jubiläum hatte die SE|BS zum Anlass genommen, ein kleines Glückwunsch-Gewinnspiel zu starten, bei dem die Mitspieler die Zahl der im Stadtgebiet vorhandenen Sinkkästen schätzen sollten. Am nächsten dran lag mit Thomas Anderseck dabei ein Ortsfremder: Er stammt aus Weimar. Andrea Zyzik aus Rötgesbüttel und Carlo Exner aus Viewegsgarten-Bebelhof auf den Plätzen 2 und 3 sorgten dann dafür, dass auch Gewinner aus der Region kommen.