Kanalnetz

Braunschweig besitzt ein unterirdisches Kanalnetz von ca. 1.300 km Länge zur Ableitung von Schmutz- und Niederschlagswasser. Speziell in der Innenstadt fließen Schmutz- und Niederschlagswasser in einen gemeinsamen Mischwasserkanal zusammen. Die äußeren Stadtteile verfügen überwiegend über eine Trennkanalisation: Schmutz- und Niederschlagswasser werden in separaten Kanälen abgeleitet. Das Schmutzwasser gelangt direkt in das Klärwerk Steinhof, das Niederschlagswasser in Regenrückhaltebecken oder direkt in Oberflächengewässer. Im öffentlichen Straßenraum fließt das Niederschlagswasser über die bekannten Sinkkästen in die Kanalisation. In Braunschweig gibt es davon rund 28.000 Stück. Sie werden durch die SE|BS überprüft, bedarfsgerecht gereinigt, repariert und bei Bedarf neu gebaut.

Im öffentlichen Straßennetz gelangt das Niederschlagswasser über die bekannten Sinkkästen in die Kanalisation. In Braunschweig gibt es davon rund 25.000 Stück. Sie werden zwei mal jährlich durch die Stadt Braunschweig überprüft, gereinigt und bei Bedarf repariert.

Die Kanäle, die das Abwasser in Richtung Klärwerk transportieren, haben einen Durchmesser von DN 150 - DN 2000 und bestehen zumeist aus Steinzeug, Beton oder Stahlbeton. Um den Zustand der Kanäle permanent im Blick zu haben, werden jedes Jahr rund 150 km durch Befahrung mit einer Kanalkamera überprüft. Die Auswertung der Bilder bildet die Grundlage für die von der Stadtentwässerung durchgeführten Kanalreparatur- und Kanalbaumaßnahmen.

Damit immer alles sauber abfließen kann, muss auch das Kanalnetz regelmäßig gereinigt werden. Je nach Haltungslängen und Aufwand werden deshalb jährlich 600 bis 800 km gereinigt. Zudem kommen verschiedene Sonderbauwerke wie Beispielsweise Düker, deren Kontrolle, Wartung und Reinigung ebenso die Stadtentwässerung übernommen hat. Dazu gehört auch die Bekämpfung von Ratten und Ungeziefer.

Falls der normale „Abfluss mal verstopft ist“, steht die Rufbereitschaft bereit. 24 Stunden am Tag kümmert sie sich um Pumpwerksstörungen und um die Behebung von Kanalverstopfungen. Wenn es einmal irgendwo übergelaufen ist, steht ein Saugwagen zum Absaugen und zur Abfuhr für das Schmutzwassers zur Verfügung.

Kanalarbeiter in einem Kanal.

Bevor Braunschweigs Schmutzwasser im Klärwerk Steinhof behandelt werden kann, fließt es über Freigefälleleitungen den Pumpwerken zu. Insgesamt 73 Pumpwerke sorgen dann für den Transport des Schmutzwassers zum Klärwerk hin. Darüber hinaus gibt es noch 13 Regenwasser-Pumpwerke, die Niederschlagswasser aus dem Regenwasserkanal ableiten.

Dabei werden mehr als 90 Prozent des Braunschweiger Abwassers über das Hauptpumpwerk in Ölper über eine 1500 m Abwassertransportleitung an Watenbüttel vorbei, über den Mittellandkanaldüker zum Klärwerk Steinhof gepumpt. Die verbleibenden 10% werden von einigen Pumpwerken direkt in die Transportleitung gefördert. So können bis zu 6.500 m³ pro Stunde aus dem Stadtgebiet zur Kläranlage gefördert werden. Um die Entsorgung auch bei Betriebsstörungen aufrecht zu erhalten, stehen zwei weitere Druckleitungen zur Verfügung.

Damit auch weiterhin alles im Fluss bleibt, werden die Pumpwerke regelmäßig kontrolliert, gewartet und gereinigt.

Darüber hinaus sind im gesamten Kanalnetz zahlreiche Messstellen zur Betriebsüberwachung eingebaut. Insgesamt über 40 Messeinrichtungen mit ständiger Datenaufzeichnung kontrollieren Sonderbauwerke (z.B. Düker, Abschlagsbauwerke) im Kanalnetz.

Um Fehleinleitungen (z.B. Regenwasser in den Schmutzwasserkanal) ermitteln zu können, sind permanent acht mobile und zwei stationäre Durchflussmessgeräte im Einsatz. Diese sind auch die Grundlage für die hydraulischen Berechnungen des Kanalnetzes und unterstützen bei der Ermittlung der Daten für die Planung von Kanalneubau– und -umbaumaßnahmen.

Zusätzlich erfassen vier stationäre Probenahmegeräte – ausgestattet mit modernster Messtechnik – die Qualität der bei Starkregenereignissen in der Innenstadt über die Mischwasserabschlagsstellen in die Oker abgeschlagenen Mischwassermengen.

Pumpen in einem Pumpwerk der SE|BS.